Foto-Blog



Im Museum fotografieren

Im Museum fotografieren.


Bild: Komposition mit Rot, Geld, Blau und Schwarz, Öl auf Leinwand, Piet Mondrian, 1921, Gemeente Museum , Den Haag
Komposition mit Rot, Geld, Blau und Schwarz, Piet Mondrian, 1921, Gemeente Museum , Den Haag

Mehr als  eine schöne Erinnerung an eine Reise.

 

Ja, ich gehe gern in Museen.

Ich liebe (bildende) Kunst und Design.

Mein Herz geht besonders auf bei Gemälden der klassische Moderne* auf, wie z.B. rechts der Mondrian aus 1921.

 

Und für Archäologie interessiere ich mich seit meiner Kindheit, für unsere Herkunft, unser kulturelles Erbe. Dabei haben es mir die alten Ägypter am meisten angetan. 

 

Erfreulicherweise darf man in den meisten Museen fotografieren – ohne Blitz natürlich und ohne Stativ.

Wo das nicht möglich ist, bleiben diese Seiten im Fotobuch von einer Reise leer?

Das finde ich ausgesprochen schade!

Doch an diesen Museumsbesuchen in den Niederland kann ich Euch ein wenig teilhaben lassen.

 

Norbert geht gern mit in die Museen, wenn er es sich dort in einem schönen Museumscafé gut gehen lassen kann. Die Ausstellungen schaut es sich natürlich auch an, es gibt ja zu Glück in den Räumen auch Sitzgelegenheiten für die kleinen Pausen, wenn ich mal einige Bilder fotografiere.

 

Dabei fotografiere ich gern alles, was ich sehe und was mir gefällt oder ich irgendwie für sehenswert halte!

 

 


Bild: Holzstatuen von Ramose, Chaemter und Amonnacht, 19. Dynastie Deir-el-Medina, Rijksmuseum van Oudheden
Holzstatuen von Ramose, Chaemter und Amonnacht, 19. Dynastie Deir-el-Medina, Rijksmuseum van Oudheden

Der Kameracheck vor dem Museumsbesuch 

 

Vorbereitet sein ist alles. Man sollte nicht erst im Museum die Einstellungen an der Kamera anpassen, da ist die Hektik meist zu groß.

Hier eine schnelle Übersicht:

 

1. ist die AF-Piepton abgeschaltet? 

 

Das nervt total, wenn in den Ausstellungsräumen aus allen Ecken der Piepton bei erfolgter Scharfstellung zu hören ist. Unbedingt abstellen, ebenso wie bei Aufführungen, bei einer Hochzeit in der Kirche.

 

2. Ein lichtstarkes Objektiv muss her. 

 

Denn egal wie schön beleuchtet die Bilder sind, aus Sicht der Kamera es ist sehr dunkel!
Meine Wahl fiel auf mein 12-40mm-Zoom-Objektiv mit durchgängiger Blende f/2,8.

Ein Standard-Objektiv mit seiner größter Blende f/1,8 wäre noch besser, doch mit einem kleinen Zoom ist man etwas flexibler.

 

3. Eine hohe Empfindlichkeit des Bildsensors ist hier von großem Vorteil.

 

Dafür sollte man herausfinden, was die höchste „vertretbare“ ISO ist, die ich meiner Kamera in P, S, A-Programmen erlaube einzustellen? 

Welche ISO noch vertretbar ist, hängt ein wenig vom Kameramodell ab. Aufnahmen mit ISO 3.200 werden in den meisten Fällen gut gehen.

Bei den neueren Modellen kann man fast überall im Menu – nach etwas Suche – einstellen, welcher ISO-Bereich automatisch eingestellt werden darf. 


Bild: Bilder von Kazimir Malevitsch,um 1915,  unkonventionelle Hängung im Stedelijk Museum Amsterdam
Bilder von Kazimir Malevitsch,um 1915, unkonventionelle Hängung im Stedelijk Museum Amsterdam

4. Ein wichtiger Hinweis zur Belichtungszeit. 

 

Bis zu welcher Belichtungszeit hilft die Kombination aus „schön ruhig halten„ und Verwacklungsausgleich zu ausreichend scharfen Fotos? Ich habe mich bei dieser Reise nicht so sehr darum gekümmert, aber die längsten Verschlusszeiten liegen bei 1/13 Sekunde.

Meine Empfehlung liegt aber eher bei 1/30 Sekunde.

Man könnte nun die Kamera auf S bzw. Tv – also Verschlusszeitenpriorität – einstellen und genau diese Verschlusszeit von vornherein einstellen. Die Kamera macht den Rest, sprich die passende ISO und Blende. Dann werden alle Aufnahmen eben mit 1/30 Sekunde geschossen.

Ich habe mich allerdings für die flexiblere Programmautomatik entschlossen und immer ein Auge auf die durch die Automatik eingestellte Verschlusszeit gehabt. 

 

5. Wissen wo die Belichtungskorrektur eingestellt wird.

 

Vor jedem Bild bleibt dann noch die Belichtungskorrektur (erfahrungsgemäß zwischen +0,3 bis +1LW), besonders, wenn ein weißer Hintergrund (wie hier auf diesem Foto), ein weißes Passepartout oder Rahmen im Bildfeld liegt. Wer keine Scheu vor der RAW-Bearbeitung hat, braucht bei den Aufnahmen nicht so genau auf den richtigen Wert achten.


Bild: Ehrenhalle des Rijksmuseum, Amsterdam
Ehrenhalle des Rijksmuseum, Amsterdam

Warum Gemälde und Objekte einer Ausstellung fotografieren?

 

Die Antwort auf diese Frage ist mir so richtig erst nach dieser Reise in das kleine Land mit großen Künstlern (nämliche den Niederlanden) klar geworden.

 

In den Ausstellung und Museen fühle ich mich meist sehr wohl, doch man ist nie allein.

Und je älter ich werde, um so früher sagen mir meine Füße, dass es genug ist mit den Herumstehen. Das sind die kleinen „Hindernisse“, die ein Museumsbesuch so mit sich bringt.

Für beide Fälle ist das Foto, das man mit nach Hause nehmen kann, eine Möglichkeit, diese "Hindernisse" aus dem Weg zu räumen. 

 

Zu hause kann ich die Bilder ganz in Ruhe betrachten und zwar so lang ich mag, weil ich dabei sitze mit einer leckeren Tasse Tee und sich meine Füße ausruhen können.

 

 

Zu einem Museumsbesuch gehören nicht nur die tollen Gemälde, sondern auch die Art der Präsentation, die Atmosphäre in den Räumen, die oft ebenso interessant gestaltet sind, wie die ausgestellten Objekte. Deshalb lohnt sich eine Aufnahme der Räume um diese Atmosphäre einzufangen, wie hier die prächtige Ehrenhalle im Rijksmuseum in Amsterdam an dessen Rückwand die berühmte "Nachtwache" von Rembrandt hängt.


Bild: Oostzijdse Mühle am Gein-Fluß im Mondlicht, Piet Mondrian, 1903, Rijksmuseum Amsterdam
Oostzijdse Mühle am Gein-Fluß im Mondlicht, Piet Mondrian, 1903, Rijksmuseum Amsterdam

Kompakte Information

 

Von jedem „besonderen“ Bild oder Objekt mache ich ein Foto. Genauer gesagt, ich sollte es tun!

Denn noch immer mache ich viel zu wenig Fotos, so als hätte ich nur einen 36er Film und müsste für jede Aufnahmen abwägen, ob es sich lohnt.

 

Und das man (fast) keine Beschränkung an Aufnahmen hat, kann man zu jedem Bild auch noch die Infotexte davon mitnehmen – als Foto. Das macht vor allem Sinne, wenn das Bild eher unbekannt ist, oder der Text interessante Aufschlüsse für das Gemälde gibt.

 


Bild: Der Liebesbrief, Jan Vermeer, 1670, 44 cm × 38,5 cm, Rijksmuseum Amsterdam
Der Liebesbrief, Jan Vermeer, 1670, 44 cm × 38,5 cm, Rijksmuseum Amsterdam

Und noch mehr Vorteile durch die eigenen Aufnahmen.

 

Erst zu hause wurde uns dann so richtig bewusst, welchen Vorteil unsere eignen Aufnahmen haben: 

Wir können nicht nur ganz in Ruhe das Bild betrachten, sondern wir können (fast) beliebig Stellen draus vergrößern und die Details genauer ansehen.

Hier im Bild ein Ausschnitt aus dem Gemälde "der Liebesbrief" von Vermeer.

 

Die eigenen Aufnahmen haben eine viel größere Qualität im Verhältnis zu Abbildungen in Büchern und Zeitschriften? Denn die sind für den Offsetdruck gerastert, so dass jede Vergrößerung nur ein undeutliches Rasterbild wird.

Dagegen kann man auf einem guten Foto auf dem Bildschirm mit einer Darstellung in 100% auch feine Details betrachten – ganz in Ruhe.

Hier auf dem Bild ist eine Aufnahme von einem Detail zu sehen.


Bild: Rot-Blauer Stuhl, Gerrit Rietveld, 1917, Stedelijk Museum Amsterdam
Rot-Blauer Stuhl, Gerrit Rietveld, 1917, Stedelijk Museum Amsterdam

Wie macht man Bilder von Bildern und von dreidimensionalen Objekten?

 

Beim Fotografieren von Bildern hat die SLM-Kamera (Systemkamera ohne Spiegel) wieder einmal die Nase vorn. Denn für eine gute Aufnahme sollte die Kamera genau mittig vor das Bild gehalten werden. Mit einem klappbaren Monitor kann man die Kamera gut ausrichten ohne seinen Kopf verbiegen zu müssen oder sich auf die Zehenspitzen zu stellen.

 

Standard- bis leichte Tele-Brennweite sind besser geeignet als Weitwinkel-Aufnahmen. Meine Aufnahmen liegen zwischen 35 und 70 mm (KB-Brennweite), natürlich auch abhängig von den Bewegungsmöglichkeiten in den Ausstellungsräumen.

 

Bei Objekten, wie dieser berühmte Stuhl von Rietveld, biete sich fast immer eine Aufnahme über die Diagonale an. So wirkt das Objekt in der Aufnahme räumlicher und alle Bauteile sind gut zu erkennen.

Dieser Stuhl aus 1917 ist so modern, dass er bis heute noch immer nachgebaut wird.

 

  

* Klassische Moderne: darunter versteht man eine ganze Reihe von Kunststilen zwischen ca. 1900 und 1940. Hier die Künstler und Künstlerinnen, die man dazu zählt! 

Ein Blick auf diese Seite lohnt sich!

Hast Du Fragen zu den Einstellungen an Deiner Kamera?

Welche Erfahrungen hast Du bei Aufnahmen in Museen und Ausstellungen gemacht?


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