Feste und Feiern in Innenräumen


Das mit der Vergrößerung der Iris können wir auch mit der Kamera machen ... bzw. das macht sie z.B. in P (=Programmautomatik) oder S bzw. Tv (=Blendenautomatik) auch selbst.

Ganz nebenbei, die Kamera jetzt nicht in der Vollautomatik-Stellung (meist eine grünes A+) nutzen. Denn bei wenig Umgebungslicht kennt sie nur eine Reaktion: den Blitz aufklappen. Aber mit dem hellen Blitz wird jede feierliche oder fröhliche Atmosphäre zerstört. Ausserdem hellt der Blitz nur die Personen im Vordergrund auf (oft zu hell) und der Hintergrund bleibt dunkel.


Eine schöne lange Tafel unter freiem Himmel.


Und der Blitz erhellt nur die helle Tischdecke und die Personen im Vordergrund.

Wer weiter hinten sitzt, der bleibt im Dunkeln.


Und die schöne Atmosphäre gibt dieses Foto nicht wieder. Wir saßen nicht im Dunkeln, sondern bei schönster dezenter Beleuchtung!


Die Grafik unten zeigt, welche Einstellungen bei wenig Umgebungshelligkeit möglich und auch notwendig sind:

1. Eine hohe ISO (Empfindlichkeit des Aufnahmesensors)

2. Eine lange Verschlusszeit (wir wollen diese jedoch auf 1/60 bzw. 1/125 sec begrenzen).

3. Eine große geöffnete Blende (wie unser Iris)

Anders als bei unseren Nachtaufnahmen von Gebäuden, können wir bei einer Feier nicht mit Stativ und einer langen Verschlusszeit fotografieren. Denn dann würden die Personen verwischen oder gar ganz verschwinden. Und die sollen ja mit auf das Bild.

Das ist die wichtige Einstellung:

Das Modusrad oben auf der Kamera auf S bzw. Tv stellen. Dann durch Drehen an dem Rädchen eine Verschlusszeit einstellen, die ein Verwackeln der sich bewegenden Personen verhindert: 1/60  besser 1/125 sec.

Wie oben beschrieben sorgt die Kamera automatisch dafür, dass die Blende ganz geöffnet ist und die ISO so groß wie nötig. Durch die hohe ISO handeln wir uns zwar eine schlechtere Bildqualität ein, aber die Alternative würde nur "Blitzen"bedeuten.


Je neuer eine Kamera ist und je "professioneller" (z.B. Vollformat), desto größer ist der Bereich der ISO - bis 102.400 - und um so besser erfolgt eine Rauschreduzierung bei hoher ISO.


Innenräume haben Fenster und andere Tücken

Wer in Innenräumen fotografiert hat eventuell auch helle Fenster oder eine helle Lampe im Bild. Und diese Lichtquellen "sagen" der Kamera: "es ist hell genug, schließe deine Blende oder verringere deine ISO". 

Doch dann erscheinen die Personen im Vordergrund auf dem Foto nur noch als Scherenschnitt.

Diese Foto wurde mit einer + Korrektur der Belichtung um 1,67 Lichtwerte aufgenommen. Das gleicht die Helligkeit des gegenüberliegenden Fensters und der Lampen wieder aus.

Foto: BL. 3,2, 1/125 sec, ISO 1250, +1,67 LW