Besonderheiten der DSLM-Kameras in der Praxis

Was Du unbedingt wissen solltest, bevor Du Dir eine neue Kamera kaufst!


Wir kommen gerade von einer kurzen Reise zurück. Und weil sich auf Reisen besonders gut zeigt, wo die Stärken und Schwächen verschiedener Kameratypen liegen, hier mein Reise-Praxisbericht.

 

Da geht es Dir sicher genau so wie uns: egal wie weit man reist, ob allein oder in einer Gruppe, immer hat man zu wenig Platz für große Kameras und lange Objektive und zu wenig Zeit zum Fotografieren. Viel zu wenig Zeit um verschiedene Einstellungen auszuprobieren und die dazu passenden Standpunkte und Blickwinkel zu finden.

 

Also ein richtiger Härtetest für das Fotoequipment.

Aus den Erfahrungen auf unserer Reise 6 Tage Dubai kannst Du sicher einiges Interessantes für Deine Reiseausstattung und zukünftige Kamerakäufe mitnehmen. 

Unser Reiseequipment

Für diese Reise - 6 Tage Dubai - kam meine

Canon 5D MARK III, eine herkömmlichen digitale Spiegelreflexkamera mit Vollformat, mit einem Weitwinkelzoom, ins Handgepäck. Denn am Zielort erwarteten uns spannende Architekturaufnahmen.

 

Als Allroundkamera musste auch die kleine

Olympus E-M5 Mark II mit, eine Systemkamera mit elektronischem Sucher, mit einem Zoomobjektiv, der den mittleren Brennweitenbereich abdeckt.

Warum zwei Kameras? 

 

Zum Objektivwechsel fehlt meist die Zeit. Zum Ablegen bzw. Halten findest Du auch nicht immer den besten Platz. Und häufiges Wechseln ist für Kamera und Objektiv in meist staubiger Umgebung ohnehin nicht gut.

Alternativ ist eine Kamera mit einem sogenannten Reisezoom mit einem Brennweitenbereich von Weitwinkel bis Supertele ein gute Lösung. Allerdings bezahlt man diesen Komfort überwiegend mit etwas schlechterer Bildqualität.

Größe und Gewicht

 

Größe, Gewicht und Handlichkeit spielen auf Reisen eine große Rolle. Somit ist es auch kein Wunder, dass ich 68% aller Aufnahmen mit der kleineren Olympus geschossen habe. Die passt in meine Handtasche und war dabei relativ leicht.

Die Canon ist mit dem Weitwinkelzoom noch in einem tragbaren Bereich und passt auch gerade noch in meine Handtasche, die ich mir wie eine Fototasche ausgepolstert hatte, ist aber schon deutlich schwerer. 

Foto: ©Rita Helmholtz, Mit dem Yellow Boat um die Insel The Palm, Dubai/Wüstenfahrt durch die Sanddünen in Dubai
Mit dem Yellow Boat um die Insel The Palm/Wüstenfahrt durch die Sanddünen

Robustheit

 

Für die Wüstensafari mit OffRoad-Autos mitten im feinen roten Sand und auf der spritzigen Bootstour um die Insel „The Palm“ war die Olympus mit ihrem staub- und spritzwassergeschützten Gehäuse genau die richtige Wahl.

 

Der Autofocus war am Tag schnell genug für Aufnahmen aus der Hand. Denn diese Aufnahmen könnte ich nicht planen – ich konnte die Kamera einfach nur in die gewünschte Richtung halten und möglichst oft den Auslöser drücken ...


Typische Fotosituationen auf Reisen

Bild: ©Rita Helmholtz, Dubai
Emiraties in der Dubai Mall

 

Eigentlich mag ich nicht mit dem Blick auf einen Monitor fotografieren. Aber auf Reisen ändern sich die Bedingungen und die Anforderungen. 

 

– Thema 1 „ganz unauffällig Fotos schießen“:

 

Für Aufnahmen von Einheimischen zum Beispiel in einer Einkaufsmall ist dieser Kamera-Monitor einfach perfekt ….

• ich brauche die Personen nicht anschauen,

• ich werde nicht als Fotograf wahrgenommen,

• ich kann mein unbeobachtetes Foto mit Blick auf den geschwenkten Kameramonitor schießen.  Wie hier auf ein kleine Gruppe Einheimischer.


Bild: © Rita Helmholtz, Burj Khalifa, Dubai
Burj Khalifa zwischen anderen Wolkenkratzern

– Thema 2 „Schnell fotografieren während der Fahrt“:

 

Unterwegs auf den Bus- oder Autofahrten behältst Du die Umgebung im Blick und kannst die Kamera mit Monitor nah ans Fenster halten.

So siehst Du beides, die Umgebung und den Bildausschnitt im Kameramonitor und kannst im richtigen Moment auf den Auslöser drücken.

Wie hier den Blick auf den Burj Khalifa, das höchste Gebäude der Welt, zwischen all den anderen hohen Gebäuden erhaschen.

 

Wenn Du die ganze Fahrt mit dem Auge am Sucher schauen müsstest, würdest Du nicht mitbekommen, wann ein besondere Motiv vorbei kommt und viel zu spät auslösen.

Zwar ist die Spiegelreflexkamera auch mit einem Livebildmonitor ausgestattet. Aber der Autofocus dieser Kameras ist in dieser Funktion so langsam, dass man diese LiveView-Funktion beim Fahren nicht nutzen kann.


Bild: ©Rita Helmholtz, Nachtaufnahmen am Creek in Dubai
Nachtaufnahmen am Creek: oben zu hell, unten passend

– Thema 3: „Die richtige Belichtung finden“:

Sehr viele der Antworten aus unserer Befragung drehen sich um die richtige Belichtung und auch dem Weißabgleich. 

 

• Wie weiß ich, welche Belichtungskorrektur ich einstellen soll?

• Wie finde ich in der manuellen Einstellung die richtige Belichtung?

• Wie sollte der Weißabgleich eingestellt sein?

 

Alle diese Fragen lassen sich mit einem Blick auf den Kameramonitor bzw. den elektronischen Sucher sofort beantworten. Sieht das Bild dort gut aus, dann ist die Belichtung ok. 

 

Ist das Bild zu hell, dann schiebt man die Belichtungskorrektur in die Minus-Richtung – wie hier bei den Nachtaufnahmen.

 

Wenn Dir die Farbigkeit nicht gefällt, dann drehst Du am Weißabgleich bis es Dir passt.

 

Und auch diese Frage  ...

• Wie finde ich die richtige Belichtungszeit?

... lässt sich leicht beantworten. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.


Bild: ©Rita Helmholtz, Derwisch mit Lichterkleid in Dubai
Derwisch in der Drehung mit 1/10 Sek.

Die passende Belichtungszeit finden.

 

Aufnahme und Bildkontrolle geht bei einer herkömmlichen Spiegelreflexkamera wie folgt: 

 

• Auge an den Sucher drücken – ohne Brille, 

• Auslösen, 

• Kamera vom Auge nehmen, 

• schnell die Brille aufsetzten bevor das Kontrollbild schon wieder verschwindet und das 

• Kontrollbild auf dem Monitor anschauen. 

Dass dauert einfach viel zu lang. 

 

Die Alternative lautet: Systemkamera mit elektronischem Sucher.

Aufnahme mit Blick durch den Sucher (ohne Brille) anschließend erscheint das gerade aufgenommen Bild im Sucher (auch ohne Brille), ohne dass man das Auge von der Kamera nehmen muss.

 

Diese schnelle Kontrollmöglichkeit hat sich auf unserer Reise ganz besonders bei Aufnahmen mit längerer Verschlusszeit sehr gut bewährt.  Der tanzende Derwisch mit seinem Lichterkleid sieht eben besonders beeindruckend in der verwischten Bewegung aus, die so seine schnelle Drehung sichtbar macht.

Im elektronischen Sucher bekommst Du nach der Aufnahme sofort das Kontrollbild, das das Ausmaß der Verwischung zeigt. So kannst Du ganz schnell die Verschlusszeit etwas länger oder etwas kürzer einstellen. 


Bildqualität

 

Unsere Vollformatkamera, hat – wie erwartet – qualitativ super Aufnahmen geliefert, ganz besonders fällt das bei Aufnahmen in den Abendstunden und in der Nacht auf. Die hohe ISO-Werte beeinflussen die Bildqualität kaum.

 

Dabei fallen durchaus die Einschränkungen bei der Olympus mit dem kleineren Sensor auf, natürlich besonders im direkten Vergleich mit den Aufnahmen der Vollformat-Kamera. Die ist aber auch viel schwerer und liegt im oberen Preissegment.

Die Olympus macht sehr gute Aufnahmen bei ausreichend Licht während der Fahrten und in den Einkaufsmalls.

 

Das extreme Weitwinkel (16 - 35mm / 14 - 28mm bei APS-Sensorkameras) war wirklich notwendig bei den vielen Aufnahmen von Wolkenkratzern, dem höchsten Gebäude der Welt und den Innenaufnahmen. Diese Weitwinkel-Brennweiten sind immer sehr nützlich, wenn es um Fotos von Gebäuden von außen oder innen geht – und diese Motive kommen auf jeder Reise vor.

Ein langes Tele habe ich nur einige Male vermisst. Wenn ich eines mitgenommen hätte, hätte ich es vermutlich auch etwas häufiger eingesetzt. Aber hier in den Emiraten gab es dafür nicht die entsprechenden Motive.


Reiseerfahrungen

 

Welchen dieser Erfahrungen hast du selbst schon mit Deiner Kamera gemacht und welche sind für Dich neu?

Schreib das gleich hier in den Kommentar!

 


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Kommentare: 2
  • #1

    Viktoria (Dienstag, 15 November 2016 23:01)

    Sehr gute nützliche Hinweise, dankeschön! aber wo sind denn die Bilder mit der Canon?
    Hab gerade eine 5dmark 3 gebraucht erstanden. Toll bei wenig Licht! Und eine kleine Olympus hab ich bewundert, als wir vor kurzem auf Sizilien waren, da hatte sie der Freund meiner Tochter mit. Mit der neuen Kamera muss ich jetzt erstmal herumprobieren;-)
    Viele Grüße
    Viktoria

  • #2

    Rita (Mittwoch, 16 November 2016 12:09)

    Danke liebe Viktoria, die schönsten Fotos von der großen Canon zeigen wir auch noch ... da gib es auch noch Tipps und Hinweise für Reisen.
    Sie ist eine ideale Kamera für Aufnahmen im Haus und Garten oder bei Ausflügen mit dem Auto, wo immer Gewicht und Größe keine Rolle spielen.
    Für Fragen zu Deiner 5D MARK III sind wir immer ansprechbar.
    Herzlichst Rita