Weiß wie Schnee ....

Was Du tun solltest, damit der Schnee auf Deinen Fotos strahlend weiß aussieht!


Endlich Schnee ....

 

... endlich hat es auch hier im Norden geschneit.

In facebook, Instagram und anderen Social Media fallen mir viele Fotos von Schneelandschaften, schneebedeckten Büschen und Bäumen auf, die zu dunkel sind und auf denen der Schnee nicht wirklich weiß wiedergegeben wird.

 

Wie Du das ändern kannst, das möchte ich heute zeigen und erklären.


Auf der Schattenseite ist es blau

So wie das Foto hier links sehen die schneebedeckten Zweige aus, wenn man sich auf die Automatik der Kamera verlässt – sprich auf Programmautomatik!

Der Schnee ist eher blau und das Motiv viel zu dunkel.

Zur Erläuterung: diese Seite des Hauses liegt im Schatten. Wie es in der Sonne aussieht, folgt später.


So geht weißer Schnee

Im ersten Schritt geht es darum, den Schnee so hell erscheinen zu lassen, wie er draußen aussieht. Vielleicht erinnerst Du Dich daran, dass die automatische Belichtungseinstellung der Kamera darauf eingestellt ist, die gemessene Helligkeit im Messbereich auf ein 18%iges Grau zu justieren. 

Die Schneeflächen sehen damit eben Grau aus und nicht so schön weiß wie in der Natur.


Für diese Veränderung ist die ±Korrektur geschaffen. Immer dann, wenn das Motiv in der Helligkeit von diesem 18% Grauwert abweicht – das sind eben solche weißen Flächen, aber auch schwarze Motive, hilft diese ±Korrektur. 

Im Fall von Schneeflächen hat – in diesem Beispiel  – eine Korrektur um +1 2/3 Lichtwerte die richtige Helligkeit erzeugt. Das ist allerdings je nach Sonneneinstrahlung unterschiedlich. Da hilft nur, ein paar weitere Aufnahmen mit unterschiedlichen Korrekturwerte zwischen +2/3 bis +2 2/3 zu machen.

Von Blau zu Weiß

Je weniger Sonne in den Bildbereich fällt, umso bläulicher ist der Schatten – siehe Foto oben. Da der Weißabgleich der Kamera ausser Weiß (der Schnee) und Grau-Braun (die Zweige) keine Farben zu "sehen" bekommt, kann kein korrekter automatischer Weißabgleich erfolgen.

Also weg von  AWB bzw. WB AUTO und mit der Weißabgleich-Einstellung "Wolken" und "Schatten" experimentieren. 

Diese haben den Effekt, wie ein bernsteinfarbener Filter, die zu blauen kalten Farben in wärmere Farbtöne zu verändern. Dabei hat die Einstellung auf "Schatten" einen stärkeren Effekt als die Einstellung "Wolken".

In meinem Beispiel der Schneefläche im Schatten, hat jedoch die Einstellung auf "Schatten" auch kein befriedigendes Ergebnis gebracht.

Also bin ich in die Einstellung "K" (ganz unten auf der Grafik) gewechselt. Das K steht für die direkte Wahl der Farbtemperatur nach Kelvin Graden. 


Mit der Einstellung "Wolken" stellt die Kamera auf ca. 6000° Kelvin, mit der Einstellung auf "Schatten" ca. 7000°. Also experimentiere ich  mit 8000 und 9000° Kelvin. 

Und hier ist das Ergebnis: Das Foto am Anfang des Textes ist mit einer Korrektur von +1 2/3 LW und 9000° Kelvin aufgenommen worden.


Grundsätzlich kann man beobachten:

Je weniger sonnenbeschienen Fläche im Bild,

desto bläulicher/kälter werden die Farben, und

desto dunkler wird der Schnee abgebildet.


Korrekturen für Aufnahmen mit Gegenlicht

Hier links siehst Du die Aufnahme – Schneespuren im Gegenlicht – fotografiert in Programmautomatik.

Das Ergebnis: der Schnee ist zu dunkel und nicht so sonnig und warm-weiß wie in der Natur.


Und hier die Spuren im Schnee mit einer Aufhellung um +2 1/3 Lichtwerte und der

Weißabgleichs-Einstellung auf "Wolken".

So kommt es der Situation im Original schon sehr nahe.

 


Testen oder RAW ...

Ich bin im Schnee herumgestapft und habe viele Testaufnahmen im Schatten, in der Sonne, im Gegenlicht und gegen den Himmel gemacht. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass die idealen Korrekturwerte für die Belichtung und den Weißabgleich für alle Aufnahmesituationen anders sind. Man muss in jeder Situation mit den Einstellungen experimentieren. Und je stärker die +Korrektur, desto weniger bläulich erscheint das Bild.

 

Wer sich jedoch draußen keine kalten Füße und Finger bei den vielen Testaufnahmen holen möchte, der fotografiert in RAW und hellt das Foto am Computer mit Lightroom oder Photoshop auf, bis der Schnee so weiß ist, wie man möchte. Dann passt man den Weißabgleich ganz nach Wunsch an – so wie bei diesen beiden Aufnahmen gegen den blauen Himmel – mit mal mehr oder weniger "goldenen" Sonnenstrahlen.

Welche Erfahrungen hast Du mit Aufnahmen im Schnee gesammelt?

Welche Einstellungen haben sich für Dich am besten bewährt?

Hast Du Fragen zu deinen Fotos? Dann schicke uns Deine Fotos mit Deinen Fragen gern zu.

 

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