Portraitaufnahmen

Die Brennweite, die Du unbedingt kennen musst, wenn Du Portraitaufnahmen machst!


In der Zeit der Selfies sind Portraitfotos ganz aktuell geworden.

Doch mit den Handys sehen die Portraits immer etwas unnatürlich aus. Dagegen hilft auch der merkwürdige Stock nicht, der einen größeren Abstand zwischen Modell und Handy herstellt.

 

Doch warum ist das so? und wie kann ich mit meiner digitalen Spiegelreflex- bzw. Systemkamera so viel bessere Portraitfotos aufnehmen?

 

Bei Portraitaufnahmen spielen so viele Faktoren hinein, die beachtet werden müssen, wie:

• der Hintergrund,

• der Lichteinfall/Lichtrichtung

• die Blende

• die Schärfemessung (AF-Feld)

• der Standpunkt des Fotografen



Die richtige Brennweite finden durch genaues Hinsehen

Natürlich kann jeder Portraitfotos aufnehmen wie er/sie möchte. Doch wenn Du verstehst, was die unterschiedlichen Brennweiten und damit verbundenen Abstände zum Motiv bewirken, kannst Du für Deine Aufnahmen die richtige Entscheidung treffen.

Roderich ist hier mein Modell, den ich mit unterschiedlichen Brennweiten, natürlich im Gegenlicht, fotografiert habe. Damit der Kopf in etwa immer die gleiche Größe auf dem Foto hat, muss ich für jedes Foto den Abstand etwas verändern. So kannst Du gut vergleichen, was durch die jeweilige Brennweite – verbunden mit dem jeweiligen Abstand – mit dem Kopf auf dem Foto passiert.

Mit 18mm-Brennweite, im Weitwinkelbereich, wird der Kopf sehr räumlich abgebildet. Die Ohren sind weiter hinten und verschwinden fast und das Gesicht wirkt durch die starke perspektivische Wirkung ungewöhnlich schmal. So sehen die meisten Handy-Selfies aus, weil die Handys meist mit einem Weitwinkelobjektiv bestückt sind.

 

Mit 25mm-Brennweite, der Standard-Brennweite, ist der Effekt durch die Perspektive ist etwas geringer, aber immer noch unangenehm zu sehen.

 

Mit 53mm-Brennweite, einer leichten Telebrennweite, sieht das Gesicht ganz natürlich aus. Das Gesicht wirkt nicht verformt, sondern erscheint in normalen Proportionen.

 

Mit 150mm-Brennweite, einer mittleren Telebrennweite, wirkt das Gesicht schon recht flach, die Ohren „wandern“ optisch weiter nach vorn.

 

Mit 300mm-Brennweite, einer stärken Telebrennweite, wirkt das Gesicht unnatürlich breit und flach.

 

Die Unterschiede fallen natürlich am stärksten zwischen dem Foto mit 18mm- und dem mit 300mm-Brennweite auf.


Nebeneffekt: Veränderung der Schärfentiefe

Ganz nebenbei sieht man auch, wie der Hintergrund, der übrigens immer in der gleichen Entferung ist, optisch immer näher heranrückt. Er wird zwar unschärfer, aber die Backsteine werden immer größer abgebildet.

Der Effekt der Unschärfe hat mit der Veränderung der Schärfentiefe zu tun, die im Weitwinkelbereich sehr groß ist und im Tele-Bereich immer kleiner wird.

Interessant ist aber die Bildwirkung, die durch die Veränderung des Abstandes und der Brennweite entstehen.


Für welche Kameras gelten welche Angaben?

Diese Brennweiten-Angaben beziehen sich auf Kameras mit APS-Bildsensor, also einem Bildsensor in der Größe von ca. 22,3 x 14,9 mm; dass sind alle drei- und vierstelligen Canon-Kameras und die üblichen 4stelligen Nikon-Kameras. Für diese meistverkauften Kamera beträgt die ideale Portrait-Brennweite: ca. 53mm.

 

Für Kameras mit dem FourThirds-Standard (Olympus und Sony, Bildsensorgröße 17,3 x 13mm) ist die ideale Portrait-Brennweite ca. 42mm.

 

Für alle, die mit einer Vollformatkamera (Größe des Bildsensors 36 x 24mm) fotografieren, beträgt die ideale Portrait-Brennweite ca. 85mm.

 

Wenn Deine Kamera nicht dabei ist, schick uns einfach eine Mail mit der genauen Modellbezeichnung.

Du erhältst dann umgehend die entsprechenden Daten.


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Kommentare: 1
  • #1

    Gerd von Holt (Sonntag, 10 Januar 2016 15:36)

    Liebe Rita!

    Zunächst wünsche ich euch ein frohes neues Jahr!

    Fotos im Schnee - einige Objekte hatte ich in Planung ... aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

    Das Thema Porträts werde ich noch im Laufe des Jahres vertiefen.

    Vielen Dank für Deine Unterstützung!

    Liebe Grüße
    Gerd