3 einfache Tipps wie Du Deine Blitzaufnahmen wesentlich verbessern kannst!  

Bild: Blitzaufnahmen verbessern

Je früher es dunkel wird, um so eher wird es unumgänglich sein mit einem Blitz zu fotografieren.

Alle, die mich kennen, wissen, dass ich Blitzaufnahmen wirklich nicht liebe ….

Warum? Das sieht man auf diesem Foto von mir (links), hier völlig unbearbeitet: das kommt bei einem Blitzfoto heraus …. die Person – in diesem Fall ich selbst – total überbelichtet mit glänzenden Stellen und der Hintergrund verschwindet völlig im Dunkeln.

Warum sehen Blitzaufnahmen immer so grässlich aus?

Ist der Hintergrund weiter entfernt, dann reicht die Blitzstärke nicht aus, um auch diese entfernteren Bereiche eines Raumes zu belichten. Die Kamera misst bei einer Blitzaufnahme – anders als bei "normalen" Aufnahmen –  nur die durchschnittliche Helligkeit auf diesem Bild und kommt zu dem Ergebnis, dass ca. ein 1/8 der Fläche hell ist und 7/8 der Fläche dunkel (wie rechts auf dem Auszug). Im Versuch, auch den grossen dunklen Anteil aufzuhellen, sorgt die Kamera dafür, das der Blitz länger leuchtet – zu lang für das Portrait.

Ist der Hintergrund direkt hinter der Person, dann bekommt auch der Hintergrund noch etwas Licht vom Blitz ab. Dann ist er nicht so dunkel wie ein weit entfernter Hintergrund und damit ist das gesamte Bild heller. Als Folge davon schaltet die Kamera den Blitz früher ab. 

Dennoch lässt sich eines nicht vermeiden: Die Flächen, die dem Blitz am nächsten sind, bekommen am meisten Licht ab und davon meist zu viel.

Das kannst Du tun, um Deine Blitzaufnahmen zu verbessern!

Ganz vermeiden kann man den zu hellen Vordergrund und den etwas zu dunklen Hintergrund nicht völlig, aber Du kannst ihn verringern und zwar mit wenig Aufwand bzw. geringen Kosten.

1. Die erste Möglichkeit ...

... erfolgt durch ein automatisches Programm, über das die meisten Kameras verfügen. Diese Einstellung funktioniert besonders gut, wenn der Hintergrund nicht ganz dunkel ist (also nicht bei einer Gartenparty draußen, aber in einem Festsaal). Das Programm ist entweder über das Wahlrad auf der Kameraoberseite direkt einzustellen oder als eines der Unterprogramme von SCN (d.h. Scene): das „Nachtaufnahmeportrait“

Was passiert dabei?

Die Kamera löst den Blitz aus, damit die Personen in der Nähe aufgehellt werden. Aber dann bleibt der Verschluss der Kamera noch etwas länger geöffnet - also nicht sofort nach dem Blitz die Kamera wegbewegen! Durch diese etwas längere Verschlusszeit gelangt auch das geringe Licht aus dem Hintergrund noch auf das Foto.

2. Zweite Mögllichkeit

Das Licht des Blitzes wird weniger grell, wenn vor dem Blitz ein Diffusor ist. Ein Diffusor sieht so aus wie eine Milchglasscheibe oder ein Butterbrotpapier und hat die Aufgabe, das Licht zu zerstreuen. 

Für den eingebauten Blitz gibt es einen kleinen Diffusor für unter 3 € (Pop-Up Blitz-Diffusor Soft Screen). Der Diffusor nimmt allerdings etwas von der Helligkeit des Blitzes weg. Deshalb solltest Du nicht weiter als 3 Meter vom Motiv entfernt sein und die ISO auf 400 bis 800 stellen.

Auch wenn hier auf dem Fotos eine Nikon abgebildet ist: dieser Diffusor kann auf alle integrierten Blitzlampen aufgesetzt werden.

3. Dritte Möglichkeit

Wenn Du einen externen Systemblitz hast, also ein Blitzgerät, welches zu Deinem Kamerasystem passt, dann kannst Du Deine Aufnahmen durch einen Blitzreflektor (Universal Blitz Diffusor Softbox Silber / Weiß Reflektor für unter 3 €) ganz wesentlich verbessern. Du richtest den Blitz dann nicht mehr auf die Person, sondern im Winkel von 45° dazu. Das Licht wird dann indirekt von diesem Reflektor auf das Motiv geworfen und leuchtet es dadurch viel weicher aus. Bei viele Blitzgeräte in ein kleiner weißer Reflektor eingebaut. Der hat allerdings eine kleinere Fläche als dieser Reflektor hier.


Noch besser in der Wirkung ist eine kleine zusammenfaltbare Softbox (Translucent Soft-Blitz-Box 20x30 cm für unter 10 €) für den externen Blitz. Sie wird einfach von vorn auf den Blitz geschoben. So kannst Du den Blitz direkt auf die Person bzw. auf mehrere Personen richten. Die Gesichter werden dann nicht mehr so total Weiß und die Schatten sind vor allem viel weicher. Dennoch die Personen sollten alle in etwa im gleichen Abstand zu Kamera und Blitz sein. (siehe diesen Blog zum Thema Blitzaufnahmen)

Und noch ein Tipp zur Farbwirkung

Wenn Dir die weißliche Lichtfarbe der Blitzaufnahmen nicht gefällt, stell den Weißabgleich (WB) auf Schatten. So wird die Atmosphäre einer festlichen Umgebung besser im Foto eingefangen.

Eine interessante Alternative zum Blitzen

Wer in der glücklichen Lage ist einen Kamera der neusten Generation zu besitzen, die über das Programm: Nachtaufnahmen ohne Stativ (Canon) bzw. Handgehalten bei Dämmerung (Sony) verfügt, der kann damit fast völlig auf Blitzaufnahmen verzichten.

Hier die Grafik zeigt das Wahlrad der Canon EOS 700 und EOS 760D. Sony-Kameras mit diesem Programm sind u.a. NEX-5, 6 7 und A99; auch Bridgekameras wie die CyberShot DSC-HX5.

In diesem Programm wird die ISO automatisch höher eingestellt und die Kamera macht 4 (Canon) bis 8 (bei Sony) Aufnahmen hintereinander – dabei bitte die Kamera so ruhig als möglich halten. Daraus errechnet sie EIN Foto mit jeweils den geringsten Verwacklungen und reduziertem Bildrauschen (=wenn man farbige Pixel statt einer zusammenhängenden farbigen Fläche sieht).

Welcher Tipp gefällt Dir am besten? Was wirst Du ausprobieren?

Hast Du vielleicht schon Erfahrungen mit einer der Kameras, dem Blitz oder dem Zubehör gemacht?

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