Der Goldene Schnitt

Der Goldene Schnitt gilt als das wichtigste Mittel in der Bildgestaltung. Deshalb heute mal ein Blog zu diesem Thema.

Der Goldene Schnitt sagt etwas über das Verhältnis von Abschnitten untereinander aus, also z.B. von Abständen eines Motivs zum Bildrand oder zu anderen bildwichtigen Motiven: In dem Fotobeispiel mit weißen Linien gekennzeichnet (eine Linie liegt genau auf dem Horizont).


Das Besondere an dem Verhältnis des Goldenen Schnitts ist, dass das Verhältnis der kleinen Seite (b) zur großen Seite (a) genau das gleiche Verhältnis ist, wie das der langen Seite (a) zu der Gesamtlänge (c).  

Wenn man nun einen Abschnitt nach dem Goldenen Schnitt teilt und diesen erneut teilt, dann wieder und wieder, dann entsteht eine Spirale wie in der Grafik hier in Rot. In einem solchen System, in dem alle Abschnitte in dem genau gleichen Teilungsverhältnis stehen, stehen alle Abschnitte in Beziehung zu einander. 

Und das tritt nur bei genau diesem Teilungsverhältnis des Goldenen Schnitts auf.Das Teilungsverhältnis des Goldenen Schnitt beträgt 1,618... 

Wo kommt der Goldene Schnitt vor?

Wie Du möglicherweise schon bei der Spirale gedacht hast, kommt dieses Verhältnis überall in der Natur vor. Bei allen Schnecken- und Muschelgehäusen, bei der Anordnung von den Blättern um einen Stiel einer Pflanze oder eines Baumes. Und in vielfacher Weise natürlich auch in den Proportionen des Menschen. 

Hier in diesem Beispiel sind nur die großen Maß-Verhältnisse aufgezeigt, der Goldene Schnitt lässt sich z.B. auch im Gesicht nachvollziehen.

Die Fachleute gehen davon aus, dass der Goldene Schnitt so etwas wie das Elementarteilchen der Schönheit ist.


Diese einzigartigen Proportionen sind einerseits ein Naturphänomen. Befragt man viele Personen, welche Proportionen ihnen in einem Gesicht oder auf einem Bild am besten gefällt, so liegen die meisten Antworten genau bei der Aufteilung nach dem Goldenen Schnitt.

Wenn Du mehr dazu lesen willst, hier gibt es weitere spannende Informationen --->


Der Goldene Schnitt in der Bildgestaltung

Eines wissen wir ja schon, wenn der Horizont bzw. das wichtige Bildelement (hier die Kugelbarke in Cuxhaven) in der Bildmitte liegt, dann fehlt dem Bild die Dynamik.


(In diesem Foto geht es nur um die Positionierung der Kugelbarke, nicht um den Horizont, der ist ja nicht in der Bildmitte).

Hier das gleiche Motiv – aufgeteilt nach der auch immer wieder genannten Drittel Regel.

Diese Aufteilung kann man relativ leicht umsetzen. 

Du siehst aber auch, dass die Gewichtung auf der rechten Seite des Bildes etwas zu schwer wirkt. Hier gibt es durch das rote Schiff im Hintergrund nur ein kleines Gegengewicht.

Dies ist die Aufteilung nach dem Verhältnis des Goldenen Schnitts. Das bildwichtige Element ist dabei leicht aus der Mitte heraus geschoben, aber nicht so weit wie bei der Drittel Regel. Das Foto wirkt dynamischer als bei der symmetrischen Anordnung und ausgewogener als in der Drittelteilung.

Hier ein paar Fotobeispiele: die Linien zeigen jeweils die Abschnitte nach dem Goldenen Schnitt in der Horizontalen und Vertikalen, Ausnahme bildet das erste Bild oben links, das in der Horizontalen eine symmetrische Aufteilung hat.

In der Praxis solltest Du versuchen, schon beim Fotografieren bei der Bildaufteilung schon in etwa die Proportionen des Goldenen Schnitts einzuhalten. Das Fine Tuning kannst Du später am Computer machen und das Bild so an den Rändern beschneiden, dass das bildwichtige Motiv im Goldenen Schnitt zu den Bildrändern liegt.

Mach es wie ich und schau Dir Deine Fotos an, in welcher Aufteilung der Horizont oder andere bildwichtige Motive liegen. Pack die besten Fotos und schicke Sie hier in die Kommentare!

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